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16:16h, Mittwoch 22.02.2012
Reinhard Vogelsang geht in den Vorruhestand
Senioren die Einsamkeit nehmen
16:16h, Mittwoch 22.02.2012
Reinhard Vogelsang geht in den Vorruhestand
Senioren die Einsamkeit nehmen
Herford. Mit seiner Gitarre hat Reinhard Vogelsang älteren Menschen etliche schöne Stunden beschert. Der 60-Jährige war ein Mann der ersten Stunde im Stadtteiltreff Süd und leitete ihn zehn Jahre. Ende Februar geht er in den Vorruhestand. "Singen befreit und kann sehr helfen", sagt Reinhard Vogelsang. Regelmäßig holte er in den vergangenen Jahren seine Gitarre hervor und sang mit Besuchern der Seniorenbegegnungsstätte alte Volkslieder. Der Stadtteiltreff Süd des Diakonischen Werkes ist zu einer wichtigen Anlaufstelle in der Altstädter Feldmark geworden. Hier im Stadtviertel, das auch als Kirschgarten und Sennebusch bekannt ist, leben zunehmend ältere Menschen. Nicht nur das Singen verbindet, sondern auch die vielen Veranstaltungen im Stadtteiltreff. Ohne eine Kombination von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern könne das qualitativ gute Programm nicht auf die Beine gestellt werden, erklärt der Vorstand des Diakonischen Werkes, Christian Lümkemann. Der Stadtteiltreff sei ein gutes Beispiel für gelungene Seniorenarbeit. ?Viele älteren Menschen hier im Stadtteil brauchen diese Begegnungsstätte, damit sie nicht vereinsamen?, ergänzt Fachbereichsleiterin Barbara Geisler-Hadler. Um den Stadtteiltreff Süd aufrecht zu erhalten, fließen in die Seniorenbegegnungsstätte finanzielle Eigenmittel des Diakonischen Werkes, die größtenteils aus der Kirchensteuer des Evangelischen Kirchenkreises Herford stammen. Doch ohne einen zusätzlichen städtischen Zuschuss geht es nicht; der wurde im vergangenen Jahr um zehn Prozent gekürzt, was eine schmerzliche Lücke ins Budget des Stadteiltreffs hinterließ. "Wir erfüllen mit unserem Angebot einen Auftrag aus dem Altenhilfeplan der Stadt Herford", erinnert Lümkemann. Reinhard Vogelsang hofft, dass auch zukünftig Seniorenarbeit im Stadtteiltreff möglich ist. Die Voraussetzungen dafür hat das Diakonische Werk geschaffen und Ivonne Hoffmann als Nachfolgerin eingestellt. Sie wird die hauptamtliche Arbeit fortführen, dazu gehört auch das Fördern von sozialen Netzwerken vor Ort. "Die Idee ist, auf Menschen zuzugehen, die von alleine nicht mehr kommen können", beschreibt Vogelsang das von ihm mitentwickelte Konzept der nachbarschaftlichen Hilfe für Senioren. Nach einer pädagogischen und theologischen Ausbildung hat der heute 60-Jährige ein Vierteljahrhundert als hauptamtlicher CVJM-Sekretär gearbeitet. Damals war seine Motivation, jungen Menschen die Botschaft der Bibel näher zu bringen. Als er vor zehn Jahren in die Seniorenarbeit wechselte, blieb die Motivation die gleiche, nur die Menschen waren älter. Neben der organisatorischen Arbeit nahm er sich immer auch viel Zeit für Gespräche mit den Besuchern. "Ich wollte ihnen die Einsamkeit nehmen", resümiert Vogelsang sein zehnjähriges Engagement für Senioren. Am Montag, 27. Februar, um 15 Uhr wird Reinhard Vogelsang aus der Arbeit im Stadtteiltreff Süd, Fichtestraße 16, offiziell verabschiedet. Dazu gibt es dort einen öffentlichen "fröhlichen Nachmittag" mit Liedern, Gesprächen und Kaffee.
michael.johannsmeier
Der Beitrag wurde am Mittwoch, dem 22. Februar 2012 um 16:16 Uhr veröffentlicht und wurde unter Startseite, Lokales abgelegt.
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